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Bild zum Buch: Lülü

Lülü

Willi Wottreng

Bilgerverlag, 2015

Willi Wottreng, der renommierte Sachbuchautor, ist unter die Romanciers gegangen. Das ist mutig, denn er hat zwei Handicaps, die in der klassischen Literaturkritik nicht gut ankommen. Erstens: Er hat sein Leben lang als Journalist gearbeitet und steht deshalb unter dem Generalverdacht, er könne unmöglich ein richtiger, ernst zu nehmender Schriftsteller sein (obschon die meisten Autoren mal Journalisten waren). Zweitens: Er ist nicht das, was die Zeitungsproduzenten einen «sexy Stoff» nennen, das sind in der Literatur vor allem blutjunge, schöne Frauen.

Doch wer Wottreng kennt, weiss, dass ihn das wenig kümmert. Unbeschwert von jeglichen Vorurteilen legt er mit «Lülü» einen Erstling vor, der entzückt. Mal denkt man bei der Lektüre ans «Durcheinandertal», mal an  «Es geschah am hellichten Tage/Das Versprechen».  Denn auch bei Wottreng geht es um das Motiv der Umkehrung von Ehrenmännern (und Ehrenfrauen) und Verbrechern. «Dreht man das Kaleidoskop ein wenig, erscheinen dieselben Objekte in völlig neuem Muster», lässt er seinen Gemeindeschreiber sagen, der einem ein bisschen an Dr. Matthäi erinnert.

Doch die Geschichte, und das ist für Schweizer Literatur gar nicht so selbstverständlich, hat auch einen spannenden Plot, der in einem gelungenen Showdown aufgelöst wird. Warum sind zwei Tote im selben Grab und der ursprünglich darin Begrabene fehlt? Wer ist die ehemalige Gemeindepräsidentin eines kleinen Kaffs im Tösstal wirklich? Welche Rolle spielt ihr arabischer Ehemann? Und wieso geht ihr der Fecker Moser, der uns auch mal ins Reich des Phantastischen entführt, nicht aus dem Kopf, auch nicht in ihrer neuen Heimat an der Ostsee?

Apropos Handicaps: Weil Wottreng sich als Journalist jahrzehntelang mit Randständigen beschäftigt hat,  ist seine jenische Hauptperson von grosser Authentizität, frei von Sentimentalitäten und von höchster Glaubwürdigkeit. Handicap eins ist somit ein Vorteil. Und Handicap zwei? Wenn profundes Wissen in Kombination mit unbändiger, aber unaufgeregter Erzähllust/-kunst  nicht sexy ist – was dann?

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24. März 2017

17:00 Uhr

Kreuzgang Fraumünster


Die Führung beginnt um 17 Uhr im Kreuzgang Fraumünster. Es sind noch einige Plätze frei.

Dauer: 2 Stunden inklusive Apero im Xanthippe Verlag.

Kosten: 35 Franken pro Person.

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